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Anwohner enttäuscht Zu "Anwohner kritisieren Cosnova-Pläne" im Kreisblatt vom 24. November: Mit großem Interesse habe ich auf die Berichterstattung über die Bürgerversammlung zu dem Thema Sinai II/III gewartet und habe mich erstmal gewundert . . . Schon der eigentliche Artikel, der ja in einer seriösen Zeitung meinungsfrei sein sollte, gibt die Versammlung anders wieder, als ich sie erlebt habe. Fakt ist, dass die Stadtverwaltung in entscheidenden Punkten nicht die (volle) Wahrheit gesagt hat: Das bisherige Totschlag-Argument "Schaffung von bezahlbarem Wohnraum" erwies sich als Wunschdenken von Stadtrat Thumser, ein "großzügiger Grünstreifen von 40 Meter" zwischen Wohnbebauung und Gewerbegebiet ist ein Keil mit 20 bis 40 Meter und die angeblich stagnierende Einwohnerzahl von Bad Soden ist heute schon auf dem Planungsstand von 2030 (was man täglich am Verkehr sieht). Auf die Hauptsorge der Bürger mit "egoistischen Einzelinteressen" (laut Herrn Thumser), die Grenze der Belastbarkeit von Bad Soden, gab es auch nicht die Andeutung einer Antwort. Sehr schade, dass Frau Kramer in ihrem Kommentar, wie immer die Position der Stadt unterstützend, durch den Vergleich mit der Bebauung des Bahnhofs und der Salinenstraße versucht, dieses Problem zu verniedlichen. Damals ging es um 100 Mitarbeiter und ca. 10 Wohneinheiten, bei Sinai II/III um bis zu 1000 Mitarbeiter und 275 Wohneinheiten. Bad Soden hat heute schon eine weit über dem Durchschnitt des MTK liegende Bevölkerungsdichte. Die von der Stadt angestrebte weitere Verdichtung wird nicht nur zum Verkehrsinfarkt führen, sondern auch den Kurort-Status gefährden. Fazit: Eine Überschrift für Ihren Beitrag, die das Gefühl der meisten Besucher dieser Versammlung besser wiedergegeben hätte, wäre gewesen: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht - Anwohner tief enttäuscht von der Stadt". Hätte die Stadt Bad Soden einen so glaubhaften und guten Eindruck wie die Firma Cosnova gemacht, wären wir alle mit einem besserem Gefühl nach Hause gegangen. Viktor Jochum, Bad Soden Heuchelei Zu: "Wo soll das Geld herkommen?" vom 24. November: Mit Begriffen wie "Aufschrei", "Angst", "saubere Gewerbesteuer" oder "nachhaltige Firmenphilosophie" kann man ordentlich Stimmung bei seinen Lesern erzeugen. Eigentlich schade, finde ich. Wenn ich die Produktion, wie bei Cosnova, nach Italien oder Polen verlagere und hier nur Entwicklung und Vertrieb habe, fällt - so Frau Kramer in ihrem Kommentar - hier nur "saubere Gewerbesteuer" an. Das ist für mich Heuchelei. Auch die so positiv dargestellte "nachhaltige Firmenphilosophie" hat zur Folge, dass bei ihrer Realisierung im Sinai-Gebiet über mehrere Jahre eine nicht unerhebliche Baustelle sein wird. Die mit der Bebauung garantiert entstehenden Probleme wie Verkehrszunahme und Flächenversiegelung sind, so Frau Kramer, "Themen, mit denen man sich ernsthaft beschäftigen muss". Dabei weiß jedes Kind, dass eine versiegelte Fläche versiegelt bleibt und auch der garantiert zunehmende Autoverkehr nicht durch ernsthaftes Beschäftigen verschwindet. Völlig unverständlich ist für mich auch die Behauptung, dass "eine Stadt, die schrumpft, dem Verfall geweiht" sein soll. Sollen wir ernsthaft daraus schließen, dass Bad Soden dann zu einer Geisterstadt wird, wenn die Bevölkerungszahl nicht ständig steigt? Es wird Zeit, sich von dieser Vorstellung des ständigen ungebremsten Wachstums zu verabschieden. Bernd Zürn, Flörsheim Schwarze Zahlen Zu: "Drei Tage nach der Operation auf sich allein gestellt", vom 21. November: !

Höchster Kreisblatt

2022-09-23 20:22:34 Presseartikel
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Wenn ein Bürgermeister im Alleingang mit potenziellen Investoren einen Vorvertrag schließt, der die Stadt faktisch zu bestimmten Handlungen verpflichtet, und diesen nachträglich durch die Stadtverordneten mit Hilfe des Fraktionszwangs legitimieren lässt, dann wird genaues Hinschauen zur Pflicht. Was ist kritisch an diesem Projekt? Bad Soden erleidet heute schon jeden Tag einen Verkehrsinfarkt. Mit 500 Neubürgern und 1000 möglichen Pendlern droht dem Verkehr in und um die Kurstadt der totale Kollaps. Dies wird offenbar vom Magistrat ignoriert, denn es gibt nicht einmal Pläne für einen ÖPNV-Anschluss des Sinai. Zudem bedeutet die Erschließung über Straßen direkt an der neuen Grundschule mehr Gefahr, mehr Lärm und mehr Abgase für unsere Kinder. Was haben sie alle davon? Der finanzielle Nutzen für Bad Soden ist höchst zweifelhaft und beruht auf äußerst optimistischen Erwartungen. Der Vertrag mit cosnova räumt der Firma einen Rabatt von fast 5 Millionen Euro gegenüber dem Marktwert der Grundstücke ein. Ein extrem großzügiges Geschenk der klammen Stadt, das mit der Hoffnung auf Gewerbesteuern gerechtfertigt wird. Wann lernt der Magistrat endlich, sich nicht auf einzelne Firmen und deren stark schwankende Steuern zu verlassen? Außerdem gehören die Grundstücke der Stadt nicht einmal. Bislang hat sie eines von circa 14 Flurstücken erworben. Wenn es nicht gelingt, diese bis Ende 2018 aufzukaufen, kann cosnova vom Vorvertrag zurücktreten. Dann bliebe die Stadt auf den Kosten für den Grundstücksankauf sitzen. Auch die Ansiedlung von 500 Neubürgern ist nicht zu Ende gedacht. Die notwendige Kinderbetreuung kostet viel Geld. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung dazu gibt es bislang nicht. Was haben die Steuerzahler davon? Der Sinai dient derzeit nicht nur vielen Bürgern der Stadt als Naherholungsgebiet, sondern auch bedrohten Tierarten als einer der wenigen verbliebenen Schutzräume. Mit der Bebauung würde zudem eine wichtige Frischluftschneise für die Kurstadt gekappt. Dass diese Schneise keine fixe Idee von Öko-Spinnern ist, konnten alle Bürger unlängst wieder erfahren, als die Gülleausbringung auf den Äckern des Sinai bis in den alten Kurpark zu riechen war. Doch die Stadt verweigert bislang die Umsetzung des vom MTK verabschiedeten Klimaschutzkonzepts. Was haben die Menschen davon? Nur Traumrenditen Wohnen in Bad Soden ist teuer. Wenn Investoren zu günstigen Preisen Land erhalten, bedeutet das nicht, dass sie damit Sozialwohnungen bauen. Die Stadt hat es in der Vergangenheit nicht geschafft, ein Konzept dafür zu entwickeln. Auch auf dem Sinai wird kaum nennenswerter Wohnraum für Normalverdiener entstehen, nur Traumrenditen für Immobilienentwickler. Was haben die Einwohner davon? Weder Politik noch Magistrat konnten bisher die Frage schlüssig beantworten, welche Vorteile den Bürgern aus der Bebauung erwachsen werden. Deshalb lehnt die Bürgerinitiative diese ab. Auf unsere Einwände wurde mit Verunglimpfung und Schuldzuweisungen reagiert. Wie wäre es stattdessen mit konstruktiver Zusammenarbeit und einem ehrlichen Bekenntnis zur Bürgerbeteiligung? Davon hätten wirklich alle etwas!

Höchster Kreisblatt

2022-09-23 20:23:07 Presseartikel
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